FAQ
Wie sind Sie mit Linkenheim-Hochstetten privat verbunden?
Schon während meiner Zeit am Campus Nord des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) bin ich regelmäßig im Feierabend an die Baggerseen in Linkenheim-Hochstetten gefahren.
Sie wohnen doch gar nicht in Linkenheim-Hochstetten – wie wollen Sie die Gemeinde vertreten?
Aktuell wohne ich mit meiner Partnerin und unserem Hund in Daxlanden, auch zwischen Tiefgestade und B36. Ein Umzug nach Linkenheim-Hochstetten ist mit ihr bereits abgestimmt, sollte ich das Amt übernehmen. Ich bin für kurze Wege.
Wie wollen Sie das Rathaus führen, wenn Sie vorher in Wissenschaftseinrichtungen und als Rechtsanwalt tätig waren?
Über fünf Jahre Erfahrung habe ich in der Selbstverwaltung einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft: dem Karlsruher Institut für Technologie. Ähnlich wie eine Gemeinde ist auch das KIT eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit eigenen Gremien, eigener Verwaltung und ähnlichen rechtlichen Rahmenbedingungen. Dort habe ich gelernt, wie man in Gremien verhandelt, Entscheidungen vorbereitet und aus einer Verwaltung heraus umsetzt. Dazu kommen mein rechtliches Rüstzeug – im Studium habe ich mich intensiv mit Gemeindeordnung und Bauleitrecht beschäftigt, im Referendariat war ich am Regierungspräsidium in Bausachen tätig und wurde im Verwaltungsrecht von einem Verwaltungsrichter ausgebildet – sowie der private Austausch mit Bürgermeistern. Meine Kombination aus Selbstverwaltungserfahrung und rechtlichem Verständnis ist, was das Amt braucht.
Im Einzelnen:
Aus Studium und Referendariat:
- Verwaltungsverfahrens-, Kommunalverfassungs-, Wirtschafts-, Polizei-, Bauleitplanungs- und Bauordnungsrecht sowie vieles andere.
- Praktische Station beim Regierungspräsidium, Bescheidung von Widersprüchen in Baugenehmigungsverfahren im Landkreis.
Aus dem KIT:
- Auch das KIT ist wie die Gemeinde eine Körperschaft, die sich selbst verwaltet. Daher bin ich geübt im Umgang mit Satzungsrecht, Landesaufsicht, Fördermittelgebern, Budgetierung, dem Tarifrecht und einem Selbstverwaltungsgremium (dort der Senat, hier der Gemeinderat). Satzungen habe ich mit ausgearbeitet.
- Die Verwaltungsmodernisierung habe ich dort durch Auswahl und Einführung eines Fernsignaturdienstes zum digitalen Vertragsschluss vorangebracht. Das Entwickeln von Lösungen aus der Verwaltung heraus lehrte mich, wo ich Auslegungsspielraum für pragmatische Lösungen finde, und wo ein Wunsch nach übermäßiger Rechtssicherheit einsetzt und nicht zum Stillstand führen darf.
- In vielen Dutzend Vertragsverhandlungen mit der Industrie habe ich Interessen zusammengeführt und Lösungen vereinbart.
Aus Berlin:
- Gremienarbeit in deutschlandweiten Arbeitskreisen,
- Digitalisierung: Einführung von KI in Verhandlung mit dem Betriebsrat
- Rechtsberatung zu Fördermittelmanagement,
- Umgang mit Haushaltsvorbehalten,
- Steuern von Vergabeverfahren zur günstigen Beschaffung betreffend Dienstleistungen, komplexe Software und bis hin zu Millionenauftragswerten.
- Führungserfahrung: Personalauswahl und Einarbeitung.
Als Rechtsanwalt, Jurist, Lehrbeauftragter insgesamt:
- Auch im Umgang mit Fristen bin ich belastbar.
- Im Führen konfliktreicher Gespräche – hart in der Sache, freundlich im Ton – bin ich geübt.
- Ich sehe im Dschungel der Vorschriften den Auslegungsspielraum, den die Gemeinde braucht.
Warum kandidieren Sie unabhängig? Sind Sie Mitglied einer Partei?
Ich kandidiere bewusst als unabhängiger Bürgermeisterkandidat, da nicht die Parteilinie, sondern die beste Lösung für Linkenheim-Hochstetten im Mittelpunkt stehen muss. Ich stehe für eine sachorientierte, ausgleichende Zusammenarbeit. Dafür gehe ich auf alle Fraktionen im Gemeinderat zu.
Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass ich von 2019 bis 2023 einfaches Mitglied bei den Karlsruher Grünen war. Eine Parteimitgliedschaft besteht heute nicht. Außerdem habe ich mich einmal auf einem hinteren Listenplatz einer unabhängigen Wählerliste aufstellen lassen. Das geschah als persönlicher Freundschaftsdienst und ohne den Anspruch, eine politische Rolle zu übernehmen. Rückblickend würde ich diese Entscheidung nicht noch einmal treffen, weil sich die politische Ausrichtung und der Umgangston mancher Akteure in eine Richtung entwickelt haben, mit der ich mich weder fachlich noch persönlich identifizieren kann. Das hat mich in meiner Überzeugung bestärkt, unabhängig und ohne parteipolitische Bindung für das Bürgermeisteramt zu kandidieren.
Sie wohnen nicht in der Gemeinde – kennen Sie die Themen überhaupt?
Ich beschäftige mich intensiv mit den Verhältnissen vor Ort: Als Zuhörer bei Gemeinderatssitzungen, in den Unterhaltungen mit den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten, anhand der Planunterlagen der letzten Monate und an Ihren Haustüren. Die Grundstücke, Gebäude und Flächen der Gemeinde habe ich mir angesehen und das Gespräch mit den Menschen hier gesucht. Das bleibt auch in den nächsten Wochen der Mittelpunkt meines Wahlkampfs. Dazu kommt: Ein frischer, unbefangener Blick von außen kann auch ein Vorteil sein. Die geballte Ortskenntnis finden Sie in der Summe der Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, die teils jahrzehntelang mit den Verhältnissen im Detail vertraut sind.
Was passiert, wenn Sie die Wahl verlieren – haben Sie einen Plan B?
Ja. Sollte es mit dem Bürgermeisteramt nicht klappen, werde ich weiter als Rechtsanwalt oder Syndikusrechtsanwalt und (gegebenenfalls semesterweise) Lehrbeauftragter im IT-Recht tätig sein. Ich trete also nicht an, weil ich beruflich keine Alternative hätte – ich kandidiere aus Überzeugung.